Augen auf bei Augenproblemen: chirurgische Behandlungen beim Pferd

Chirurgische Augenbehandlungen beim Pferd

Es gibt jäh nach Indikation eine Vielzahl der Behandlungen am Auge des Pferdes. Nach grober Einteilung sind das entweder medikamentöse oder chirurgische Behandlungen, wobei chirurgische Behandlungen nicht selten von medikamentöse Behandlungen unterstütz oder ergänzt werden.

Zu den chirurgischen Behandlungen zählen elektive Eingriffe wegen Iriszysten (Fig.1) oder Lenz Extraktionen, aber vor allem Verletzungen von Augenlider und Augen. Als einfachste Verletzung ist der Lidverletzung als Hautverletzung  (Fig.2, Fig.3) zu definieren. Verletzungen der Augenlider sind als Notfall zu betrachten. Wie bei Hautverletzungen üblich verlieren die Wundränder wegen austrocknen und abkühlen in Laufe der Zeit an Vitalität was zum absterben der Wundränder führen könnte.  Weil die Augenlider eine wichtige Rolle beim reinigen und benetzen der Hornhaut spielen ist eine anatomisch nahe Rekonstruktion der Verletzung notwendig. Dazu werden viele kleine Nähte gebraucht und eine feines lösbares Nahtmaterial(3-0 abwärts). Die anatomische Schichten werden zusammen gebracht vor allem den Augenlidrand (Fig.4, Fig.5), der nachher Reibungslos über die Kornea bewegen muss. Der Konjunktiva wird dabei nicht perforiert, weil die Nähte der Kornea reizen könnten.

Scharfe Gegenstände könnten die Kornea oder Sklera verletzen, sogar durchtrennen. Kleinere Öffnungen in der Kornea werden meistens auf natürliche Weise mit einem kleinen Irisprolaps gestopft (Fig.6). Das beugt Verlust der AugenInnendruck vor und verhindert Infektionen ins Innere des Auges. Chirurgische Korrektur umfasst das Abtrennen der möglich kontaminierte Irisprolaps, das Schließen der Kornea wunde mit feinen Nähten und eine Abdeckung mit einem Konjunktiva Falte (Fig.7) die der Wunde verschließt und die Heilung der sonst gefäßlosen Kornea beschleunigt: ein Methode die auch bei einem Ulcus Corneae benutzt wird. Größere traumatische Perforationen sind zwar chirurgisch Behandelbar, die Erfolge aber stark von dem Ausmaß der Kontaminierung und damit verbundene Infektionen abhängig. Leider führen schlimmere tiefe Augenverletzungen deswegen oft zur Verlust des Auges.

Chirurgische Eingriffe sind häufig auch bei den Behandlungen verschiedensten Tumoren indiziert. Hauttumoren in oder nah der Augenlidern (Sarcoiden, Melanome) verlangen oft anspruchsvolle Rekonstruktionstechniken um die Augenlidfunktionen zu behalten. Zu den Tumoren am Auge selber ist das Plattenzellkarzinom der bedeutendste. Es kommt vor allem bei Kaltblüter vor und wird in unsere Praxis fast immer bei Haflinger diagnostiziert. Ausgangsgewebe ist der Konjunktiva, oft am dritten Augenlid (Membrana Nictitans) oder am lateralen Limbus (Fig.8). Es liegt manchmal auf der Kornea, ist damit aber selten verbunden. Dieser Tumor wird gerne mit Kryochirurgie behandelt in Kombination mit scharfer Entfernung der größeren Tumoren (Fig.9, Fig.10). Ausgehend von der Iris sind die meist sehr aggressiven Melanosarkome (Fig.11). Diese können das ganze Auge, sogar dessen weitere Umgebung befallen und sind durchaus eine Indikation zur Entfernung des ganze Auge (Enucleatio Bulbi).

Beischrift zu den Figuren:

Figur 1: Große Iriszysten werden entweder mit Laser geöffnet oder mit feiner Injektionsnadel entleert. Anschließend ist eine Debris-Entfernung mittels eines Kornea-Schnitts möglich.

Figur-1

Figur 2: Traumatische Unter-Augenlid Verletzung.

Figur-2

Figur 3: Traumatische Oben-Augenlid Verletzung.

Figur-3

Figur 4: Verletzung  der Figur 2 nach chirurgischer Korrektur.

Figur-4

Figur 5: Verletzung der Figur 3 nach chirurgischer Korrektur.

 Figur-5

Figur 6: Iris Prolaps nach perforierendes Trauma einer Kornea.

Figur-6

Figur 7: Konjunktivallappen über einem Kornea-Defekt.

Figur-7

Figur 8: Konjuktivaltumor  am lateralen Limbus.

Figur-8

Figur 9: Kryochirurgie eines Augentumors.

 Figur-9

Figur 10: das Auge der Figur 8 nach Tumor gefrieren und entfernen.

Figur-10

Figur 11: Invadierendes Melanosarkom.

Figur-11

Empfohlene Literatur:

Dennis E. Brooks: Ophthalmology for the Equine Practitioner.

Made Easy Series, Teton New Media. ISBN  1-893441-51-2

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