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Sechs wertvolle Steuertipps zum Jahresende

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Freiberufler: Jetzt clever Steuerlast senken! Steuerliche Optimierung für Unternehmer

In wenigen Wochen geht das Jahr zu Ende – denke Sie jetzt neben Weihnachtsgeschenken und Festtagsplanung auch an Ihre Steuern! Denn wer nun clever handelt, kann mit gezielter Planung entweder seine Steuerlast für das laufende Jahr deutlich senken oder die betriebswirtschaftlichen Auswertungen für eine anstehende Finanzierung optimieren. Hier einige Tipps zum Jahresende:

Änderung 2018: neue Grenzwerte nutzen

Zum 01.01.2018 wurde die Grenze für sogenannte „geringwertige Wirtschaftsgüter“ (GWG) von 410 € netto auf 800 € netto erhöht. Dies bedeutet, dass Sie selbständig nutzbares Anlagevermögen bis zu einem Betrag von 952 € inkl. Umsatzsteuer im Jahr der Anschaffung geltend machen können. Unter selbständig nutzbares Anlagevermögen fallen insbesondere Büromöbel, Laptops und Telefone. Drucker hingegen sind nicht selbständig nutzbar, da sie nur gemeinsam mit einem PC nutzbar sind.
Zum Kaufpreis müssen sämtliche Nebenkosten (z.B. Versand, Versicherung) gerechnet werden. Skonti, Gutschriften und ein in früheren Jahren gebildeter Investitionsabzugsbetrag werden abgezogen. Auch nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer dürfen mit der Bruttogrenze von 952 € rechnen. Für Anlagevermögen, das mehr als 952 € kostet, muss die Nutzungsdauer geschätzt oder den amtlichen Abschreibungstabellen entnommen werden. Die Anschaffungskosten werden über diesen Zeitraum verteilt.
Alternativ zum Sofortabzug können die Wirtschaftsgüter auch aktiviert und über ihre normale Nutzungsdauer abgeschrieben oder einem Sammelposten (für Einkaufspreise bis 1.000 €) zugeführt werden. Der Sammelposten wird über fünf Jahre abgeschrieben.

Betriebsausgaben vorziehen

Der folgende Tipp ist nur für Gewinnermittler geeignet. Die Optimierung bei bilanzierenden Unternehmern ist deutlich komplexer und nur im Rahmen einer persönlichen Beratung möglich.
Im Rahmen einer Gewinnermittlung werden Einnahmen und Ausgaben erst berücksichtigt, wenn sie tatsächlich gezahlt sind. Es gilt das sogenannte Zuflussprinzip. Werden Rechnungen erst im Folgejahr geschrieben und vom Kunden gezahlt, beeinflussen sie den Gewinn des Folgejahres. Ausgaben, die noch in diesem Jahr bezahlt werden, mindern hingegen den Gewinn des laufenden Jahres. Dieses gilt für alle laufenden Kosten des Unternehmens, wie den Wareneinkauf, die Bezahlung von Dienstleistern oder die laufenden Bürokosten.
Wer zum Ende des Jahres z.B. seinen Warenbestand aufstockt und die Rechnung noch 2018 bezahlt, kann seine Steuerlast positiv beeinflussen. Wer immer den Spitzensteuersatz von 42 % zahlt, verschiebt die Steuerzahlung nur in ein Folgejahr. Für alle anderen mit wechselndem Steuersatz gilt: steuerlich absetzbare Kosten sollten zur Steueroptimierung immer im wirtschaftlich erfolgreichsten Jahr gezahlt werden.

Einschränkung: 10-Tages-Regelung

Zu der vorgenannten Option existiert eine Einschränkung: regelmäßige Zahlungen, die innerhalb von 10 Tagen vor oder nach Jahresende gezahlt werden, müssen wirtschaftlich dem Jahr zugeordnet werden, zu dem sie gehören. Dies betrifft Mietzahlungen, Abschläge für Strom oder Heizung aber auch die Abschlagszahlungen der kassenärztlichen Vereinigung. Wird die Miete für Januar z.B. am 15. Dezember vorausgezahlt, darf sie für das Jahr 2018 berücksichtigt werden. Bei der Bezahlung am 28.12. muss sie dem Folgejahr zugeordnet werden.
Da die Frage, welche Zahlungen regelmäßig sind, schon viele Gerichte beschäftigt hat, fragen Sie im Zweifel bitte Ihren Steuerberater.

Sonderabschreibung und Investitionsabzugsbetrag

Beträgt der Gewinn des laufenden Jahres bei Gewinnermittlern weniger als 100.000 € bzw. beträgt das Betriebsvermögen bei bilanzierenden Unternehmen weniger als 235.000 € kann neben der normalen linearen Abschreibung eine Sonderabschreibung von 20% im laufenden bzw. in den folgenden vier Jahren vorgenommen werden.
Stehen in den nächsten drei Jahren hohe Anschaffungen an, lohnt es sich darüber hinaus, über einen Investitionsabzugsbetrag nachzudenken. Bis zu 40% der Anschaffungskosten können in den drei Jahren vor der Anschaffung bereits abgezogen werden. Im Anschaffungsjahr können zusätzlich noch einmal die 20% Sonderabschreibung abgezogen werden.
Wollen Sie also z.B. im Jahr 2019 neue Praxisausstattung für 10.000 € kaufen, können Sie in 2018 bereits 4.000 € als Investitionsabzugsbetrag steuermindernd berücksichtigen. In 2019 dürfen neben der normalen linearen Abschreibung noch einmal 20% Sonderabschreibung von 6.000 € (10.000 € - 4.000 €), somit 1.200 €  abgezogen werden. Somit konnte in zwei Jahren bereits mehr als die Hälfte der Anschaffungskosten berücksichtigt werden.
Wichtig ist, dass das Wirtschaftsgut zu mindestens 90% betrieblich genutzt wird. Vom Unternehmer privat mitgenutzte PKW fallen daher häufig nicht unter die Begünstigung.

Private Altersvorsorge auffüllen

Ledige Steuerzahler dürfen im Jahr 2018 bis zu 23.712 € für ihre private Altersvorsorge als Sonderausgabe in der Steuererklärung geltend machen. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag. 86 % dieser Beiträge sind steuerlich absetzbar. Dazu zählen sämtliche Zahlungen an die Deutsche Rentenversicherung, an das berufsständische Versorgungswerk bzw. in Basisrentenversicherungsverträge („Rürup-Rente“). Wichtig ist, dass das Geld in diesem Jahr dort eingeht und die eigene finanzielle Situation die Zahlung zulässt! Im Gegensatz zu privaten Rentenversicherungen kann man diese Altersvorsorge nämlich nicht beleihen oder verkaufen.

Ein nicht nur steuerlicher Tipp: Verjährungsfristen

Denken Sie an die drohende Verjährung von Forderungen zum Jahresende: Haben Sie im Jahr 2015 Ihre Leistung in Rechnung gestellt und ist diese Rechnung bis zum heutigen Tage nicht gezahlt, ist der Zahlungsanspruch (wenn Sie jetzt nicht handeln) am 01.01.2019 unwiederbringlich verjährt. Die allgemeine Verjährungsfrist beträgt drei Jahre und beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Ansprüche aus 2015 verjähren somit am 31.12.2018. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Verjährung zu unterbrechen, z.B. durch Beantragung eines Mahnbescheids beim zuständigen Amtsgericht. Vordrucke dazu gibt es im Schreibwarenhandel.

Fazit

Wer zum richtigen Zeitpunkt Geld ausgibt, kann die Steuerlast für das laufende Jahr deutlich mindern und auf spätere Jahre verschieben. Bei schwankenden Gewinnen und somit unterschiedlichen Steuersätzen in zwei Wirtschaftsjahren ergibt sich hier erhebliches Sparpotential.

Für diejenigen, die kurz vor einem Finanzierungsgespräch stehen, bietet sich aber vielleicht auch an, das Jahresergebnis durch geschickte Planung positiv zu optimieren und so die Ratingnote zu verbessern. In beiden Fällen ist Ihr steuerlicher Berater der richtige Ansprechpartner.

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